Dr. med. univ.

Irina Horn-Bogaeva

Kindergynäkologie

Fachärztin für Frauenheilkunde und

Geburtshilfe

Kindergynäkologie

Untersuchungen in der Schwangerschaft

Welche Untersuchungen sind wann vorgesehen?

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen dabei, die Gesundheit der werdenden Mutter und die Entwicklung des Kindes während der Schwangerschaft zu begleiten. Welche zusätzlichen Untersuchungen sinnvoll sind, hängt immer auch von Ihrer persönlichen Vorgeschichte und dem Verlauf der Schwangerschaft ab.



1. Trimester – gut in die Schwangerschaft starten

Zu Beginn der Schwangerschaft werden zunächst die Schwangerschaft und ihre Entwicklung beurteilt und der voraussichtliche Geburtstermin bestimmt.
Im Rahmen des österreichischen Eltern-Kind-Passes ist die erste ärztliche Untersuchung bis zum Ende der 16. Schwangerschaftswoche vorgesehen.
Dazu gehören unter anderem:

• ausführliche Anamnese und gynäkologische Untersuchung

• Blutgruppe und Rhesusfaktor

• Hämoglobin und Hämatokrit

• Röteln-Antikörper

• Toxoplasmose-Screening

• HIV-Test

• Syphilis-Screening

Die erste im Eltern-Kind-Pass vorgesehene Ultraschalluntersuchung findet zwischen der 8. und 12. SSW statt. Dabei werden unter anderem die Entwicklung der Schwangerschaft und eine mögliche Mehrlingsschwangerschaft beurteilt.
Je nach persönlicher Situation und Wunsch können zusätzlich Möglichkeiten der Pränataldiagnostik besprochen werden.



2. Trimester – Entwicklung und Wachstum

Zwischen der 17. und 20. SSW ist die zweite Eltern-Kind-Pass-Untersuchung vorgesehen.
Eine weitere Ultraschalluntersuchung erfolgt im Rahmen des Eltern-Kind-Pass-Programms zwischen der 18. und 22. SSW. Dabei werden unter anderem Herzaktion, Fruchtwassermenge und Plazentasitz beurteilt.
Ein detailliertes Organscreening ist eine weiterführende pränataldiagnostische Untersuchung und nicht mit der regulären Eltern-Kind-Pass-Ultraschalluntersuchung gleichzusetzen.
Zwischen der 25. und 28. SSW folgen die nächste gynäkologische Kontrolle und weitere Laboruntersuchungen. Dazu gehören insbesondere:

• Blutbild

• Hepatitis-B-Screening

• oraler Glukosetoleranztest (oGTT) zur Erkennung eines Schwangerschaftsdiabetes

• gegebenenfalls Toxoplasmose-Kontrolle



3. Trimester – Vorbereitung auf die letzte Phase

Zwischen der 30. und 34. SSW findet eine weitere Eltern-Kind-Pass-Untersuchung statt.
In diesem Zeitraum ist auch die dritte vorgesehene Ultraschalluntersuchung geplant. Dabei werden unter anderem Wachstum und Herzaktion des Kindes, seine Lage, die Lage der Plazenta und die Fruchtwassermenge beurteilt.
Die fünfte Eltern-Kind-Pass-Untersuchung erfolgt zwischen der 35. und 38. SSW.
Gegen Ende der Schwangerschaft richtet sich die Betreuung zunehmend auf die Vorbereitung auf die Geburt und darauf, mögliche Veränderungen bei Mutter oder Kind rechtzeitig zu erkennen.



Pränataldiagnostik – individuell entscheiden

Zusätzlich zu den regulären Vorsorgeuntersuchungen stehen verschiedene Möglichkeiten der Pränataldiagnostik zur Verfügung. Nicht jede dieser Untersuchungen ist Bestandteil des Eltern-Kind-Pass-Programms.
Welche Untersuchung für Sie sinnvoll sein kann, besprechen wir individuell unter Berücksichtigung Ihrer Schwangerschaftswoche, Ihrer Vorgeschichte, möglicher Risikofaktoren und Ihrer persönlichen Wünsche.
Mein Anliegen ist, dass Sie wissen, welche Untersuchung wann empfohlen wird, was sie aussagen kann – und dass Sie Ihre Entscheidungen gut informiert und ohne unnötigen Druck treffen können.