Dr. med. univ.

Irina Horn-Bogaeva

Kindergynäkologie

Fachärztin für Frauenheilkunde und

Geburtshilfe

Kindergynäkologie

Hormone & Wechseljahre

Gut begleitet durch eine neue Lebensphase

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein natürlicher Abschnitt im Leben einer Frau. Trotzdem können die hormonellen Veränderungen dieser Zeit sehr unterschiedlich erlebt werden.
Bei manchen Frauen verändert sich zunächst nur der Zyklus. Andere bemerken Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Erschöpfung oder Veränderungen im Intimbereich. Manche Frauen haben kaum Beschwerden, während andere sich in ihrem Alltag und ihrer Lebensqualität deutlich beeinträchtigt fühlen.
Für mich ist deshalb wichtig, nicht nur einzelne Laborwerte zu betrachten, sondern die Frau als Ganzes: ihre Beschwerden, ihre gesundheitliche Vorgeschichte, ihre Lebenssituation und ihre persönlichen Wünsche.



Perimenopause – wenn sich der Körper langsam verändert

Die hormonelle Umstellung beginnt häufig bereits einige Jahre vor der letzten Menstruation.
In dieser sogenannten Perimenopause kann der Zyklus kürzer oder länger werden, Blutungen können stärker oder schwächer ausfallen und manchmal für einige Monate ausbleiben.
Gleichzeitig können erste typische Beschwerden auftreten, zum Beispiel:

• Hitzewallungen und Nachtschweiß

• Schlafstörungen

• Stimmungsschwankungen und innere Unruhe

• Erschöpfung und Konzentrationsprobleme

• Veränderungen der Menstruation

• vaginale Trockenheit oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr

• Veränderungen des sexuellen Verlangens

Nicht jede Veränderung ist automatisch hormonell bedingt. Deshalb ist es wichtig, neue oder ungewöhnliche Beschwerden medizinisch einzuordnen und gegebenenfalls andere Ursachen auszuschließen.



Wann beginnt die Menopause?

Als Menopause bezeichnet man die letzte Menstruation. Rückblickend spricht man von der Menopause, wenn zwölf Monate lang keine Monatsblutung mehr aufgetreten ist und keine andere Ursache dafür besteht.
Der Übergang verläuft bei jeder Frau anders. Deshalb gibt es auch keinen festen Zeitpunkt, ab dem eine Behandlung notwendig ist.
Entscheidend ist vielmehr, wie Sie sich fühlen und ob Beschwerden Ihre Lebensqualität beeinträchtigen.



Sind Hormonuntersuchungen immer notwendig?

Viele Frauen wünschen sich in dieser Phase eine genaue Bestimmung ihrer Hormone.
Hormonwerte können in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Während der Perimenopause schwanken sie jedoch teilweise erheblich und eine einzelne Blutabnahme bildet die hormonelle Situation deshalb nicht immer zuverlässig ab.
Welche Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind, entscheide ich gemeinsam mit Ihnen anhand Ihrer Beschwerden, Ihres Alters, Ihres Zyklus und Ihrer medizinischen Vorgeschichte.



Hormontherapie – individuell statt nach Schema

Eine menopausale Hormontherapie kann insbesondere bei ausgeprägten Hitzewallungen, Nachtschweiß und anderen belastenden Wechseljahresbeschwerden sehr wirksam sein. Auch vaginale Trockenheit und Beschwerden im Intimbereich können gezielt behandelt werden.
Ob eine Hormontherapie für Sie geeignet ist, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab.
Dabei berücksichtige ich unter anderem Ihre Beschwerden, Ihr Alter, den Zeitpunkt der Menopause, bestehende Erkrankungen, persönliche und familiäre Risikofaktoren sowie frühere Operationen.
Wenn die Gebärmutter vorhanden ist, muss eine systemische Östrogentherapie in der Regel durch einen ausreichenden Schutz der Gebärmutterschleimhaut mit einem Gestagen beziehungsweise Progesteron ergänzt werden.
Welche Hormone, welche Dosierung und welche Anwendungsform geeignet sind, sollte immer individuell entschieden werden.



Nicht jede Frau braucht Hormone

Nicht jede Frau benötigt eine Hormontherapie – und nicht jede Frau möchte sie.
Je nach Beschwerden und persönlicher Situation können auch nicht hormonelle Behandlungsmöglichkeiten, lokale Therapien und Veränderungen des Lebensstils sinnvoll sein.
Mir ist wichtig, mit Ihnen offen über Nutzen, mögliche Risiken und Alternativen zu sprechen, damit Sie eine Entscheidung treffen können, mit der Sie sich wohlfühlen.



Intimgesundheit nach den Wechseljahren

Sinkende Östrogenspiegel können auch Veränderungen im Bereich von Scheide, Vulva und Harnwegen verursachen.
Trockenheit, Brennen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder wiederkehrende Beschwerden beim Wasserlassen sollten nicht als etwas angesehen werden, das eine Frau einfach hinnehmen muss.
Für diese Beschwerden stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter bei geeigneten Patientinnen auch lokale Östrogentherapien.



Gesundheit langfristig im Blick behalten

Mit zunehmendem Alter verändern sich nicht nur die Hormone. Auch Knochen, Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel und allgemeines Wohlbefinden verdienen Aufmerksamkeit.
Die Wechseljahre können deshalb ein guter Zeitpunkt sein, die eigene Gesundheit neu zu betrachten und gemeinsam zu überlegen, welche Vorsorge und welche Veränderungen für die kommenden Jahre sinnvoll sind.



Ihre Lebensqualität zählt

Keine Frau erlebt die Wechseljahre genauso wie eine andere. Deshalb sollte auch die Behandlung nicht nach einem festen Schema erfolgen.
Ich nehme mir Zeit, Ihre Beschwerden ernst zu nehmen, Zusammenhänge verständlich zu erklären und gemeinsam mit Ihnen zu entscheiden, ob eine Behandlung notwendig ist und welche Möglichkeiten zu Ihnen passen.
Mein Ziel ist nicht, normale Veränderungen des Lebens zu einer Krankheit zu machen, sondern Ihnen dabei zu helfen, diese Lebensphase gesund, informiert und mit möglichst guter Lebensqualität zu erleben.